Nachhaltigkeit

Für febana beginnt Nachhaltigkeit beim Werkzeug, beim Material und beim Verfahren — nicht beim Marketingplakat: Werkzeugpflege über 20 Jahre, bis zu 70 Prozent Gewichtsersparnis durch Materialsubstitution, ein OneShot-Verfahren, das Prozessschritte einspart, und Forschung zu Recycling- und Biokunststoffen. Das bedeutet weniger Materialeinsatz, geringere Kosten, stabilere Lieferketten und langlebige Lösungen, die sich rechnen — Ressourcenschonung als Engineering-Aufgabe mit messbarem Nutzen.

  • Materialeffizienz

    Materialsubstitution, eigendichte Baugruppen, Leichtbau — weniger Material für gleiche oder bessere Funktion.

  • Verfahrenseffizienz

    OneShot-Verfahren, integrierte Prozessketten — weniger Schritte, weniger Energie, weniger Ausschuss.

  • Werkzeuglebenszyklus

    Werkzeugpflege bis ins After Sales und EOP-Service — Werkzeuge laufen Jahrzehnte, nicht Jahre.

  • Forschung

    EFRE-FTI-Projekt zu nachhaltiger Dichtungstechnik. HyStamp mit TU Braunschweig.

Die nachhaltigste Tonne ist die, die nicht eingesetzt werden muss.

In der industriellen Fertigung sind die wirksamsten Hebel für Nachhaltigkeit nicht die sichtbaren — sie sind die strukturellen. Ein Werkzeug, das gut konstruiert ist, läuft 20 Jahre. Ein Bauteil, dessen Funktion aus der Geometrie entsteht, braucht keine zusätzliche Dichtung. Ein Verfahren, das zwei Prozessschritte zu einem zusammenfasst, halbiert den Energiebedarf. Eine Materialsubstitution, die 70 Prozent Gewicht spart, reduziert über die Bauteil-Lebensdauer hinweg den Verbrauch in jeder Anwendung, in der das Bauteil eingesetzt wird.

Genau in diesen strukturellen Hebeln arbeitet febana — und genau dort entsteht der Beitrag, den ein Tier-3-Komponentenpartner zur Nachhaltigkeit liefern kann. Nicht als Imagefrage, sondern als Engineering-Frage.

Funktion entsteht aus Geometrie und Material — und beides lässt sich nachhaltig denken, ohne Funktion zu opfern.

Materieleffizienz – Was weniger wird

Materialsubstitution

Konkretes Beispiel aus laufenden Projekten: Substitution eines Aluminium-Magnetventil-Blocks durch modular angeordnete Schrittmotoren. Ergebnis: über 70 Prozent Gewichtsersparnis, etwa 30 Prozent Kostenreduktion, höhere Lebensdauer, nahezu verschleißfreier Betrieb, geringerer Stromverbrauch im Einsatz.

Eigendichte Baugruppen

Eigendichte Baugruppen brauchen keine zusätzlichen Dichtungselemente — die Funktion entsteht aus der Geometrie und der Materialwahl im Werkzeug. Weniger Bauteile, weniger Material, weniger Montageaufwand, weniger potenzielle Versagensstellen.

Leichtbau & modulare Bauweise

Wo Material nicht funktional erforderlich ist, wird es entfernt. Modulare Baukasten-Lösungen erlauben es, denselben Funktionskern in unterschiedlichen Anwendungen einzusetzen — ohne neue Werkzeuge oder Materialvarianten.

Mehrkomponenten- und Hybridtechnik

Mehrkomponenten-Spritzguss und Insert-Technik kombinieren Funktionen in einem einzigen Bauteil, die sonst über mehrere Einzelteile aufgebaut werden müssten. Weniger Schnittstellen, weniger Material, weniger Logistikaufwand.

Wer einen Prozessschritt eliminiert, spart die Energie und das Material aller folgenden Schritte gleich mit.

OneShot-Verfahren (HyStamp)

Forschungsprojekt mit der TU Braunschweig: Beschnitt von Organoblech und Spritzgießen werden in einem Werkzeug kombiniert. Was vorher zwei Prozessschritte waren, wird zu einem — kürzere Prozesszeit, weniger Energie, definierter Kantenabschluss, geringerer Ausschuss.

Mehrkomponenten-Stanzteile

Bauteile wie CptiveNut werden in einem einzigen Stanzschritt „verheiratet" — keine nachgelagerte Montage, keine Toleranzaddition, keine zusätzlichen Verbindungselemente.

Stanzbiegen im Spritzgießwerkzeug

Stanz-Biege-Teile werden direkt im Spritzgießwerkzeug eingelegt und umspritzt — die Schnittstelle zwischen Stanzerei und Spritzguss verschwindet, mit ihr der Logistikaufwand und die Zwischenlagerung.

Eigene Steuer- und Prüfeinrichtungen

Eigenentwickelte Prüftechnik ist auf die jeweilige Fertigung zugeschnitten — sie misst nur, was gemessen werden muss, und vermeidet überdimensionierte Standardlösungen mit unnötigem Energiebedarf.

Wer Werkzeuge selbst baut, kann sie auch selbst pflegen.

Ein Spritzgieß- oder Stanzwerkzeug ist keine Wegwerfware. Bei sachgerechter Pflege läuft es 15, 20 oder mehr Jahre — und produziert in dieser Zeit Millionen von Bauteilen. Die nachhaltigste Werkzeuglogik ist deshalb nicht der schnelle Tausch, sondern die kontinuierliche Pflege. febana hält Werkzeuge im eigenen Werkzeugbau über die gesamte Serienlaufzeit fit, baut bei Bedarf nach und übernimmt Werkzeuge aus anderen Quellen, wenn diese ihre Pflege nicht mehr leisten können.

Werkzeugpflege im eigenen Haus

Periodische Vermessung, Verschleißteilewechsel, Nachschärfen, Modifikationen — Werkzeuge werden gewartet, nicht ersetzt.

Werkzeugübernahmen aus anderen Quellen

Wenn ein Lieferant die Werkzeugpflege nicht mehr leisten kann, übernimmt febana die Werkzeuge und führt sie weiter — ein gepflegtes Werkzeug verlängert sich, ein neu gebautes belastet zusätzlich.

After-Sales- und EOP-Service

Auch nach Serienende werden Werkzeuge weiterbetrieben, um Ersatzteile und Sonderbedarfe zu liefern. End-of-Production-Service ist Teil der Werkzeuglebensdauer-Logik.

Lange Lieferantenbeziehungen

Lieferantenbeziehungen über Jahrzehnte reduzieren Audit-Aufwand, Logistik-Reibung und Material-Versionswechsel — strukturelle Effizienz statt Lieferantenrotation.

Wo febana an nachhaltigen Verfahren forscht.

febana ist Fertigungspartner, nicht Forschungseinrichtung — aber Verfahrensinnovation gehört zum Selbstverständnis. Aktuelle Projekte verbinden Engineering-Tiefe mit nachhaltigen Materialien und Verfahren.

EFRE-FTI 2026 — Langzeitstabile Dichtungstechnik

Forschungsförderprojekt zu langzeitstabiler Dichtungstechnik aus nachhaltigen Recycling- und Biokunststoffen für elektromechanische Komponenten. Ziel: eigendichte Baugruppen mit ökologisch verbessertem Materialprofil — bei voller Funktion und Lebensdauer.

HyStamp — TU Braunschweig & IWF

Verfahrenskombination von Beschnitt und Spritzguss (OneShot) in einem Werkzeug. Reduziert Prozesszeit, Energiebedarf und Ausschuss bei der Verarbeitung von Organoblech-Halbzeugen. Demonstrator-Phase abgeschlossen.

Wir forschen dort, wo unsere Verfahren noch besser werden können — und wo Material- oder Energieeffizienz tatsächlich Hebel haben.

Stoffrechtliche Konformität

REACH

Konformität mit der europäischen Chemikalienverordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). Sichert die Einhaltung stoffrechtlicher Anforderungen entlang der gesamten Lieferkette.

RoHS Compliant

Verzicht auf gefährliche Stoffe in elektrischen und elektronischen Bauteilen — verbindlich für alle Lieferungen in den europäischen Markt.

Materialdokumentation (IMDS)

Material-Compliance-Dokumentation für Automotive-Lieferketten — Voraussetzung für die Belieferung von OEMs und Tier-1-Zulieferern.

Konfliktrohstoffe & Lieferkettengesetz

Konformität mit den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und EU-weiten Vorgaben zu Konfliktrohstoffen.

Was eine inhabergeführte Mittelstandsstruktur möglich macht.

Langfristigkeit statt Quartalslogik

Inhabergeführt mit drei Gesellschafter-Geschäftsführern erlaubt langfristige Investitionen — in Maschinen, Werkzeuge, Mitarbeiterausbildung und Forschungsprojekte, die sich nicht in einem Quartal rechnen müssen.

Regionale Verankerung in Thüringen

Sömmerda als Headquarter und drei deutsche Standorte ermöglichen kurze Lieferwege zu deutschen und europäischen Kunden. Logistikemissionen werden minimiert, ohne dass die Produktion ausgelagert werden müsste.

Ausbildung und Generationenwissen

Werkzeugmacher, Werkzeugmechaniker und Verfahrensmechaniker werden im eigenen Haus ausgebildet. Wissen wandert generationsübergreifend — eine soziale Form von Nachhaltigkeit, die kurzfristige Personalentscheidungen nicht ersetzen können.

Lange Mitarbeiterbeziehungen

Lange Beschäftigungszeiten reduzieren Einarbeitungsaufwand, sichern Qualitätsniveau und erhalten Erfahrungswissen. Ein erfahrener Werkzeugmacher ist ein nachhaltigerer Hebel als jeder neue Algorithmus.

Was wir bewusst nicht behaupten

Wir sind keine CO₂-neutrale Fertigung.

Stanzen, Spritzgießen und Werkzeugbau verbrauchen Energie. Wir messen Verbräuche und arbeiten an Reduktion — aber wir vermeiden Behauptungen, die wir nicht über die gesamte Lieferkette belegen können.

Wir verwenden nicht ausschließlich Recycling-Materialien.

Industrielle Anwendungen verlangen oft Funktionsmaterialien, die als Recyclingvariante (noch) nicht verfügbar sind. Wo Recycling- oder Biokunststoffe technisch möglich sind, prüfen wir sie — wo nicht, sagen wir es offen.

Wir veröffentlichen keine geschönten Nachhaltigkeitsberichte.

Statt aufwändigen ESG-Reporting-Theaters dokumentieren wir konkrete Verfahrensoptimierungen, Materialsubstitutionen und Forschungsprojekte. Das ist messbarer als Imagebroschüren.

Wir kompensieren nicht, statt zu reduzieren.

Die wirksamste Form der CO₂-Reduktion ist die Vermeidung — durch effiziente Verfahren, lange Werkzeuglebenszyklen und Materialsubstitution. Kompensationszertifikate ersetzen keine echte Reduktion.

Wie Nachhaltigkeit bei febana messbar wird

  • 01Bauteilgewicht

    Vorher/Nachher-Vergleich bei Materialsubstitution — z. B. 70 % Gewichtsersparnis bei der Magnetventil-Schrittmotor-Substitution.

  • 02Werkzeuglebensdauer

    Werkzeugpflege über Jahrzehnte messbar an Stückzahl-Lebensdauer und Wartungsaufwand.

  • 03Prozessschritte

    Reduktion der Prozessschritte durch OneShot-Verfahren wie HyStamp.

  • 04Ausschussquote

    Frühe Konstruktionseinbindung reduziert Korrekturen und damit Ausschussraten im Anlauf.

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