Historie

Über 65 Jahre Feinmechanik in Sömmerda. Mehrere spezialisierte Marken, ein gewachsener Standortverbund, eine durchgängige Linie. Diese Seite zeigt, was sich seit 1959 entwickelt hat — und was über alle Jahrzehnte gleich geblieben ist: der Anspruch auf Hochpräzision, gewachsen aus einer Region, die feinmechanische Tradition seit Generationen weitergibt.

  • Seit 1959

    Gründung der febana Feinmechanische Bauelemente GmbH in Sömmerda.

  • Seit 2012

    febana group entsteht — Joint Venture SF-Schalter GmbH als erste strukturierte Kooperation.

  • 2017–2020

    Integration von MICROSTEP (2017) und SF-Schalter (2020) in die Gruppe.

  • Seit 2020

    Wachstum durch weitere Integrationen (Steinel 2021, THÜRWA 2022, MegaPlast 2025), Forschungspartnerschaften und Internationalisierung.

Aus der Gründung 1959 wuchs eine Feinmechanik, die bis in den Orbit reichte.

Die Region Thüringen — und Sömmerda im Besonderen — hat eine Industrietradition, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht. Hier wurden über Generationen hinweg Werkzeuge, Schreibmaschinen, Rechenmaschinen und feinmechanische Bauteile gefertigt. Diese Tradition prägt bis heute die Mitarbeiter, die Lieferanten und die Werkzeugmacher-Schulen, aus denen febana schöpft.

Nach der Gründung 1959 wurde der Betrieb 1972 verstaatlicht und als VEB in der DDR-Planwirtschaft weitergeführt. In dieser Zeit erreichte die Sömmerdaer Feinmechanik Raumfahrt-Niveau: 1980 entstanden Kippschalter für die sowjetische Raumstation Mir, die ab deren Inbetriebnahme 1986 bis zur Stilllegung 2001 im Orbit im Einsatz waren. Die Hochpräzisions-Bauteile aus Sömmerda waren also schon lange vor der Wiedervereinigung im All.

Die Wurzeln der Sömmerdaer Feinmechanik reichen bis ins All. Das ist keine Anekdote — das ist der Anspruch, den unsere Mitarbeiter weitertragen.

Historie

1959

Vier Ären, ein Weg

  • 011959 bis 1989: Feinmechanik in der DDR.

    febana wurde im sozialistischen Wirtschaftssystem gegründet und arbeitete in der industriellen Tradition Sömmerdas — Stanztechnik, Kunststoffteile, feinmechanische Bauelemente. In dieser Zeit entstanden die Werkzeuge, Verfahren und Mitarbeiterqualifikationen, die bis heute den Charakter des Unternehmens prägen. Hochpräzision war kein Marketingbegriff, sondern eine Notwendigkeit — gerade in militärischen und Raumfahrt-Anwendungen, für die die Region zuliefern konnte.

  • 021990 bis 2011: Wiedervereinigung und Marktöffnung.

    Mit der Wiedervereinigung trat febana in einen offenen Markt ein. Die Werkzeuge, Mitarbeiter und Verfahren der Sömmerdaer Feinmechanik fanden neue Kunden — vor allem in der westdeutschen Automobilindustrie, in der Hausgerätefertigung und in der Industrieanwendung. In dieser Phase wurden die Grundlagen gelegt, auf denen die heutigen Marktschwerpunkte aufbauen: Stecker- und Hybridbaugruppen für Automotive, Schweißbaugruppen und Kabelsysteme für Antriebs- und Steuerungstechnik. Parallel entstand 1991 in derselben Region die MICROSTEP GmbH — Spezialist für Schrittmotoren und Antriebssysteme.

  • 032012 bis 2020: Aus dem Einzelunternehmen wird die febana group.

    Mit der Gründung der SF Schalter GmbH als Joint Venture im Jahr 2012 begann der Aufbau eines Unternehmensverbundes. Über die folgenden Jahre wurden die Strukturen geschaffen, um drei spezialisierte Unternehmen unter einer gemeinsamen Klammer zu führen: febana mit Stanz- und Kunststofftechnik, SF Schalter mit elektromechanischen Baugruppen, MICROSTEP mit Antriebslösungen. MICROSTEP wechselte 2017 vollständig in die Gruppe, SF Schalter folgte 2020. Damit war die heutige Struktur der febana group operativ etabliert.

  • 042020 bis heute: Wachstum, Verfahrensinnovation und Internationalisierung.

    Nach der Anpassung der Geschäftsführungs- und Gesellschafterstrukturen 2018 wuchs die Gruppe in den Folgejahren deutlich: Sie übernahm 2020 einen kompletten Kunststoffspritzbereich eines Kunden (ca. 250 Werkzeuge) sowie die Steinel Metall + Kunststoff Systeme GmbH (2021), die THÜRWA GmbH (2022) und die MegaPlast GmbH (2025). Parallel prägen zwei Linien die jüngste Phase: erstens die Verfahrensinnovation — Forschungspartnerschaften mit Universitäten (HyStamp / TU Braunschweig), Förderprojekte zu nachhaltiger Dichtungstechnik (EFRE-FTI 2026), eigene Steuer- und Prüfeinrichtungen; zweitens die Internationalisierung — ein weiterer Fertigungsstandort in Nordafrika ist in Planung, die Gruppe öffnet sich für globale Lieferketten, ohne ihre Tiefe in Sömmerda aufzugeben.

Was geblieben ist

Standort Sömmerda

Seit 1959 ist Sömmerda der Sitz und das Hauptwerk. Über alle Wirtschaftssysteme, Marktöffnungen und Strukturveränderungen hinweg.

Werkzeugbau im eigenen Haus

Werkzeugkonstruktion, Werkzeugbau, Werkzeugpflege — von Anfang an inhouse. Auch heute, wo viele Wettbewerber zukaufen.

Hochpräzisions-Anspruch

Die DNA der Sömmerdaer Feinmechanik ist heute genauso präsent wie vor sechs Jahrzehnten. Mitarbeiter geben sie weiter, Werkzeuge tragen sie, Verfahren leben sie.

Inhabergeführte Struktur

Drei Gesellschafter-Geschäftsführer entscheiden direkt — keine Konzernrückkopplung, keine externen Investoren mit Quartalslogik.

Stanztechnik & Kunststofftechnik als Kernverfahren

Die beiden Hauptverfahren sind seit Gründung dieselben — kontinuierlich geschärft, modernisiert und verfeinert.

Verbundenheit mit der Region Thüringen

Ausbildung vor Ort, Mitarbeiter aus der Region, Lieferantenbeziehungen über Jahrzehnte gewachsen.

Was sich geändert hat

Vom Einzelunternehmen zur Gruppe

1959 als einzelner Betrieb gegründet — heute eine inhabergeführte Gruppe aus mehreren spezialisierten Marken und Fertigungsstandorten.

Von militärischer Anwendung zu Automotive und Medizintechnik

Die Hochpräzisions-Bauteile finden heute Anwendung in Sensorgehäusen, Hybridbaugruppen, Diagnostikgeräten und Antriebssystemen — nicht mehr in Geheimprojekten der Raumfahrt.

Von Stanz- und Kunststofftechnik zu integrierten Hybridbaugruppen

Heute werden Stanzen, Spritzgießen, Insertieren und Montieren als integrierter Prozess gedacht — nicht mehr als getrennte Verfahren.

Vom regionalen Lieferanten zum europäischen Tier-3-Partner

Aus einem regionalen Feinmechanikbetrieb wurde ein Komponentenpartner für OEMs und Tier-1/2-Lieferanten in ganz Europa.

Von Auftragsfertigung zu Komplettservice

Heute übernimmt febana Konstruktionsdienstleistung, Werkzeugbau, Fertigung, Montage, Prüfung und After-Sales-Service in einem durchgängigen Prozess.

Von handwerklicher Tradition zu Verfahrensinnovation

Forschungspartnerschaften mit Universitäten, eigene Verfahrensentwicklung, OneShot-Verfahrenskombinationen, Materialsubstitutionsprojekte.

Meilensteine der Gruppe im Überblick

  Gründung Eintritt febana group
febana Feinmechanische Bauelemente GmbH 1959 Gruppe seit 2012 — Gründungsbestandteil
MICROSTEP GmbH 1991 2017
SF Schalter GmbH 2012 (als Joint Venture) 2020 (vollständige Integration)
Steinel Metall + Kunststoff Systeme GmbH - 2021
THÜRWA GmbH - 2022
MegaPlast GmbH - 2025
febana tools (Steinbach-Hallenberg) - Standortausbau für Konsumgüter und Werkzeugfertigung

Historische Produktbeispiele

Mir-Kippschalter

Hochpräzisions-Schaltelemente, 1980 in Sömmerda gefertigt für die sowjetische Raumstation Mir. Im Orbit von 1986 bis 2001. Beispiel für die Maßstäbe, die in Sömmerda schon zu DDR-Zeiten zur DNA wurden.

Frühe febana-Stanztechnik

Stanz- und Biegeteile aus den ersten Jahrzehnten von febana — Vorläufer der heutigen Leadframes, Crimpkontakte und Mehrkomponenten-Stanzteile.

Erste MICROSTEP-Schrittmotoren

Antriebslösungen aus den 1990er Jahren — Grundlage für die heutige Standard- und Sondermotor-Reihe für Umwelttechnik, Klima- und Kältetechnik.

Hybrid-Sensorbaugruppe heute

Eigendichte Sensorgehäuse aus integrierter Stanz-, Spritzguss- und Montagetechnik — Beispiel für die heutige Verfahrenstiefe der Gruppe.

Vom Kippschalter im All zur Hybrid-Sensorbaugruppe im Elektroauto: Sömmerdaer Hochpräzision in vier Jahrzehnten weiterentwickelt.

Was die nächsten Jahre bringen

Eine Geschichte schreibt sich nicht nur aus dem, was war — sondern auch aus dem, was bewusst weiterentwickelt wird. Die Geschäftsführung der febana group treibt drei strategische Linien voran:

Verfahrensinnovation

Fortsetzung der Forschungspartnerschaften (HyStamp / TU Braunschweig, EFRE-FTI 2026 zu nachhaltiger Dichtungstechnik). Eigene Verfahrensentwicklung als kontinuierliche Linie.

Internationalisierung mit Augenmaß

Sechster Standort in Nordafrika in Planung — bei gleichzeitig ungebrochener Investition in Tiefe und Engineering-Qualität an den deutschen Standorten.

Branchen-Diversifikation

Stärkung der Marktschwerpunkte Medizintechnik, Luftfahrzeuge und Industrietechnik — bei stabiler Verankerung im Automotive-Geschäft.

Mitarbeiter und Ausbildung

Sicherung der Fachkräftebasis in Thüringen, Ausbau der Ausbildungsplätze, Investitionen in Werkzeugmacher-Nachwuchs für die nächsten 65 Jahre.

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